Herbstlaub einfach liegen lassen

Beim Laubkehren Rücksicht nehmen auf Tier- und Umwelt

Foto: Hans / pixabay

Im Herbst erfreut uns die Natur mit bunten Blättern. Sie sind aber nicht nur schön anzusehen, das fallende Laub ist auch ein wichtiger Teil des natürlichen Nährstoffkreislaufs. Die Laubschicht ist Lebensraum, Winterquartier und Nährstoffspender für den Boden. Auf Beeten sowie unter Sträuchern und Hecken kann es ruhig liegenbleiben. Es besteht kein Grund, es aus Parkanlagen und Gärten restlos zu beseitigen. Dieser falsch verstandene Ordnungssinn ist für Tiere, die in der Laubschicht Nahrung oder Unterschlupf suchen verheerend. Besonders schädlich ist der Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern, die nicht nur das Laub restlos beseitigen, sondern auch alle Lebewesen darin. Hinzu kommt der für Mensch und Tier belastende Lärm, darüber hinaus stoßen die Verbrennungsmotoren der Geräte gesundheitsschädliche Abgase aus. Weiterlesen

 

Der NABU bittet alle, auf Laubbläser und Laubsauger gänzlich zu verzichten! Auf Rasenflächen und Gehwegen kann man Besen und Rechen einsetzen und im Übrigen das Laub einfach liegen lassen.


Insektensommer

Unter dem Motto „Zählen, was zählt“ startet der NABU vom 31. Mai bis zum 9. Juni die erste Zählphase der diesjährigen Aktion Insektensommer. Naturfreunde sind auch im zweiten Jahr der Aktion aufgerufen, die Summer, Brummer und Krabbler in ihrer Umgebung zu beobachten und online zu melden. Ziel des Insektensommers ist es, auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam zu machen und für den Schutz dieser Tiergruppe zu sensibilisieren. Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln. Beobachten und zählen kann man fast überall, das Beobachtungsgebiet sollte jedoch nicht größer sein als etwa zehn mal zehn Meter. Gezählt wird eine Stunde lang. Weiterlesen


Hoch hinaus im Fledermausschutz: Bei den Schulungen lernt man auch, wie Fledermauskästen gebaut und kontrolliert werden. Foto: Joachim Frömert
Hoch hinaus im Fledermausschutz: Bei den Schulungen lernt man auch, wie Fledermauskästen gebaut und kontrolliert werden. Foto: Joachim Frömert

Fledermausschutz in Sachsen

NABU-Kurse im Mai

Um den Fledermausschutz in Sachsen zu stärken, hat der NABU im vergangenen Jahr das Projekt „Quartierpaten für Fledermäuse gesucht“ gestartet. Ziel ist es, Ehrenamtliche für die Betreuung, also die Pflege und Erfassung, von Fledermausquartieren in Dachstühlen, hinter Fensterläden an Fassaden, in alten Felsenkellern, Kirchen und an vielen anderen Orten zu gewinnen. Dazu veranstaltet der NABU im Mai Schulungen, für die sich gegenwärtige und künftige Quartierpaten sowie am Fledermausschutz Interessierte anmelden können. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten geeignete, dem Wetter entsprechende Kleidung sowie eine Taschenlampe mitbringen. Die Anmeldung ist bis jeweils einen Tag vor Veranstaltungsbeginn per E-Mail möglich oder telefonisch unter 0176 123 33 146.

Weitere Informationen

 

Termine der Fledermausschulungen:

  • 18. Mai, Naturschutzstation Neschwitz
  • 22. Mai, Ökostation Borna-Birkenhain
  • 24. bis 25. Mai, Lutherhöhe Vielau

 



Stunde der Gartenvögel

Negativtrend bei Insektenfressern

Vom 10. bis zum 12. Mai fand wieder die „Stunde der Gartenvögel“ statt. Menschen in ganz Deutschland warem aufgerufen, eine Stunde lang Vögel in der unmittelbaren Umgebung zu beobachten und die Ergebnisse dem NABU zu melden. So werden wertvolle Informationen für den Vogelschutz gesammelt. In diesem Jahr fand die Stunde der Gartenvögel zum 15. Mal statt. Das erlaubt den NABU-Experten interessante Aussagen zu Bestandsentwicklung von Vogelarten im Siedlungsraum. Weiterlesen

Foto: NABU/Minden Pictures/Arco Images/Marcel van Kammen/NiS
Foto: NABU/Minden Pictures/Arco Images/Marcel van Kammen/NiS


Für Klima und Landschaft

NABU hat Obstbäume gepflanzt

Baumpflanzaktion am Oberweg. Foto: Christian Kunze
Baumpflanzaktion am Oberweg. Foto: Christian Kunze

Am 30. März 2019 hatte der NABU Oschatz zu einer Baumpflanzaktion aufgerufen. Zwei Dutzend Bäume wurden in die Erde gebracht – ein praktischer Beitrag für den Klimaschutz, für den gegenwärtig auch jeden Freitag Schülerinnen und Schüler unter dem Motto Fridays For Future demonstrieren. Hier waren ebenfalls Schülerinnen und Schüler dabei, um beim Arbeitseinsatz zugunsten der Umwelt einen praktischen Beitrag zu leisten. 

 

Unter Anleitung von Olaf Schmidt, Leiter der NABU-Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz, pflanzten rund 20 Naturschutzmacher Obstbäume am Verbindungsweg zwischen Oschatz und Striesa. Der NABU bedankt sich bei der Stadt, dass es dafür die Erlaubnis gab und bei den fleißigen Helfern! Es ist sehr erfreulich, dass sich so viele der Aktion angeschlossen haben, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

 

Unterstützt wurden die NABU-Mitglieder von der Kinder- und Jugendumweltgruppe der Ökostation Naundorf, und auch Karola Schuster von der benachbarten NABU-Gruppe Ostrau hat sich dem Arbeitseinsatz angeschlossen und hofft, dass es in Zukunft vielleicht gemeinsame Aktionen gibt. Alle freuten sich über das günstige Pflanzwetter.

 

Rund um den Stamm wurde bei jedem Baum ein Schutz gegen Verbiss durch Wild und Schafe angebracht. Sogar ein Schutz gegen Wühlmäuse wurde installiert: Im Wurzelbereich sind die Bäume mit unverzinktem Draht ausgestattet, der mit der Zeit verrottet.  


EU-Vogelschutzrichtlinie wird 40

NABU fordert weitere Anstrengungen zum Schutz der Vögel Europas

Gesetzlich verbriefter Vogelschutz seit vier Jahrzehnten: Am 2. April 2019 wurde die EU-Vogelschutzrichtlinie 40 Jahre alt. Der NABU zieht eine gemischte Bilanz und fordert mehr Anstrengungen, damit Europas Vögel wirksamer geschützt werden. Weitere Informationen

Die Vogelschutzrichtlinie hat Schwächen. So ist der Bestand der Feldvögel seit Inkrafttreten um 56 Prozent zurückgegangen. Foto: Thomas Schwarzbach/naturgucker.de
Die Vogelschutzrichtlinie hat Schwächen. So ist der Bestand der Feldvögel seit Inkrafttreten um 56 Prozent zurückgegangen. Foto: Thomas Schwarzbach/naturgucker.de

Die EU-Vogelschutzrichtlinie wurde 1979 von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union verabschiedet. Seitdem ist sie die wichtigste Grundlage für den Schutz wildlebender Vogelarten und ihrer Lebensräume in der EU, sie gilt weltweit als eines der fortschrittlichsten und erfolgreichsten Naturschutzgesetze. Vollständig umgesetzt ist sie aber auch nach 40 Jahren immer noch nicht. Jagdbeschränkungen und die Ausweisung neuer Schutzgebiete haben zum Beispiel die Lage von Weiß- und Schwarzstorch verbessert. Nichtsdestotrotz weist gerade Sachsen beim europäischen Vogelschutz noch Defizite auf – insbesondere bei der Gebietsausweisung und dem Gebietsschutz ist noch einiges zu tun.  Aber auch für die außerhalb von Vogelschutzgebieten lebenden Vogelarten ist wesentlich mehr Engagement erforderlich. Die Bestände der Feldvögel und anderer Arten gehen auch in Sachsen kontinuierlich immer weiter zurück, beklagt der NABU.

 

Ziel der Richtlinie ist der Erhalt eines guten Zustands aller europäischen Vogelarten, insbesondere durch eine strenge und europaweit einheitliche Regulation der Jagd, durch aktive Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Arten und durch die Ausweisung der wichtigsten Vogelvorkommen als spezielle Schutzgebiete. Wie in vielen anderen Mitgliedstaaten auch erfolgte die Umsetzung in Deutschland häufig erst aufgrund massiven Drucks durch die EU-Kommission als „Hüterin der EU-Verträge“ durch Vertragsverletzungsverfahren sowie Gerichtsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof, bemängelt der NABU.

 

Schwarzstorch. Foto: NABU/Rolf Jürgens
Schwarzstorch. Foto: NABU/Rolf Jürgens

Gesetzlicher Schutz, aktive Maßnahmen und Schutzgebiete haben sich positiv auf die Bestände vieler Flaggschiffarten des Naturschutzes ausgewirkt. So hat der Bestand des Schwarzstorchs stark von der Vogelschutzrichtlinie profitiert. In den vergangenen 25 Jahren nahm sein Bestand in Deutschland um 1655 Prozent zu. Beim Seeadler waren es 393 Prozent, bei der Wiesenweihe 238 Prozent, beim Wanderfalken 215 Prozent und beim Kranich 415 Prozent. Auch die Bestände von weniger bekannten Arten, wie Mittelspecht, Blaukehlchen, Heidelerche und Ortolan konnten sich dank der Schutzmaßnahmen erholen.

 

Diese Erfolge können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bei der Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie in Europa noch viel zu tun gibt. So fehlen für etwa die Hälfte der deutschen EU-Vogelschutzgebiete effektive Managementpläne und ausreichende Finanzmittel für die notwendigen Maßnahmen, um die gesetzlichen Schutzziele zu erreichen, kritisiert der NABU. Auch die illegale Jagd auf Singvögel im Mittelmeerraum wird nicht konsequent genug von den Mitgliedsstaaten verfolgt.

 

Der größte Schwachpunkt bei der Umsetzung der Richtlinie ist jedoch ihre fehlende Wirksamkeit in der Fläche: Während sich viele seltene Zielarten des Naturschutzes inzwischen gut entwickeln, brechen die Bestände vieler häufiger und weitverbreiteter „Allerweltsvogelarten“ ein. Insbesondere in der Agrarlandschaft sind die EU-Vogelbestände seit Inkrafttreten der Richtlinie um 56 Prozent zurückgegangen. Denn dort hat die Vogelschutzrichtlinie trotz ihres flächendeckenden Anspruchs das Nachsehen gegenüber der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU. Diese fördert pauschal und ineffizient den Besitz großer Flächen, stellt aber viel zu wenig finanzielle Mittel für eine naturverträgliche Landbewirtschaftung und das Erreichen der Naturschutzziele der EU bereit. Deshalb fordert der NABU unter anderem, dass im Zuge der aktuell diskutierten Neuausrichtung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik ein jährlicher Betrag von 15 Milliarden Euro für den Naturschutz ausgewiesen wird.

  

Neue Agrarpolitik jetzt!


Artensterben stoppen

Jetzt Petition unterzeichnen für Mensch und Natur!

BUND Regionalgruppe Leipzig e.V., NABU-Regionalverband Leipzig e.V., Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. und Ornithologischer Verein zu Leipzig e.V. haben eine Petition gestartet. Sie richtet sich gegen die in Leipzig seit Jahren anhaltende Vernichtung von Grünflächen, die für Mensch und Natur wertvoll sind. Seit 2016 wurden im Stadtgebiet mindestens 250 solche wertvollen Grünflächen mit zusammen rund 100 Hektar durch Gehölzrodung und Bauarbeiten bereits ersatzlos beseitigt. Am schlimmsten trifft es Vögel, Eidechsen, Amphibien, Igel, Fledermäuse und verschiedene Insekten, die keine entsprechenden Ausweichflächen finden. Sogar gesetzlich geschützte Tierarten sind betroffen. Dieser Tatbestand ist laut Bundesnaturschutzgesetz rechtswidrig, das wird jedoch in Leipzig vielfach ignoriert. Die Initiatoren der Petition bitten nun die Bevölkerung um ihre Stimme – der öffentliche Druck wächst, bei der Schließung von Baulücken darf die Stadtverwaltung die Natur und das grüne, lebendige Wohnumfeld nicht vergessen!

 

Petition     Pressemitteilung     Weitere Informationen


NABU fordert guten ökologischen Zustand aller Gewässer

Foto: Uwe Schroeder
Foto: Uwe Schroeder

Das Umweltministerium hat mitgeteilt, dass trotz vieler Anstrengungen nur wenige Gewässer bis 2021 einen guten ökologischen Zustand erreichen werden. Von den natürlichen Oberflächenwasserkörpern befinden sich zurzeit nur 3,2 Prozent in einem guten ökologischen Zustand, 35 Prozent hingegen in einem schlechten.

 

Aus Sicht des NABU stellen die vorhandenen behördlichen Kontroll- und Vollzugsdefizite ein großes Problem für eine erfolgreiche Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) dar. Diese scheitert häufig am fehlenden Personal in den Wasserbehörden – die Realität spiegelt oftmals nicht die gesetzlichen Vorgaben wider. Der NABU fordert unter anderem die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit von der Quelle bis zur Mündung. Außerdem muss es eine deutliche Reduzierung der Stoffeinträge von Ackerflächen in Gewässer geben. Nach dem Sächsischen Wassergesetz müssten zum Beispiel Gewässerrandstreifen von mindesten zehn Metern Breite außerorts verbindlich eingehalten werden. Zudem hat der ökologische Hochwasserschutz möglichst Vorrang gegenüber dem technischen Hochwasserschutz zu genießen.

 

Anlass zur Sorge besteht auch, weil die WRRL in ihrer derzeitigen, guten Form auf der Kippe steht. Über 375.000 EU-Bürger haben in der Kampagne #ProtectWater die Beibehaltung der Wasserrahmenrichtlinie und der dort festgeschriebenen Ziele gefordert.  Weitere Informationen 


NABU Sachsen wählt neuen Landesvorstand

Der Vorstand des NABU Sachsen (v.l.n.r.): Dr. Maria Vlaic, Dr. Holger Oertel, Salome Winkler, Hellmut Naderer, Christel Römer, Bernd Heinitz und René Sievert. Dr. Jan Schimkat und Werner Hentschel fehlen. Foto: Juliane Dölitzsch
Der Vorstand des NABU Sachsen (v.l.n.r.): Dr. Maria Vlaic, Dr. Holger Oertel, Salome Winkler, Hellmut Naderer, Christel Römer, Bernd Heinitz und René Sievert. Dr. Jan Schimkat und Werner Hentschel fehlen. Foto: Juliane Dölitzsch

Auf der 16. Landesvertreterversammlung des NABU Sachsen wählten Delegierte am 16. März in Leipzig den neuen Landesvorstand. Alter und neuer Landesvorsitzender ist Bernd Heinitz, der ohne Gegenstimmen gewählt wurde. Es ist bereits seine vierte Amtszeit in dieser Position. Seine Stellvertreter sind René Sievert (NABU Leipzig) sowie Dr. Holger Oertel (NABU Großdittmansdorf). Christel Römer vom NABU Burgstädt wurde als Schatzmeisterin bestimmt. Als Beisitzer unterstützen künftig Hellmut Naderer (NABU Elstertal), Dr. Jan Schimkat (NABU Radebeul), Dr. Maria Vlaic (NABU Leipzig) sowie Salome Winkler (NABU Erzgebirgsvorland). Werner Hentschel vom NABU Freiberg vertritt weiterhin die Naturschutzjugend (NAJU) Sachsen im Vorstand.

 

Begrüßt wurden die über 100 Versammlungsteilnehmer von Olaf Tschimpke, Präsident des NABU Deutschland, der eigens aus Berlin angereist war. Er verwies auf wachsendes Bewusstsein für den Naturschutz. Es zeige sich an den Schülerprotesten für den Klimaschutz wie an dem erfolgreichen Volksbegehren für die Bienen in Bayern und den stetig steigenden Mitgliederzahlen des NABU – auch in Sachsen

„Diesen Schwung müssen wir mitnehmen und daraus Politik machen – für eine naturverträgliche Landwirtschaft, für die die Europawahl im Mai wichtige Weichen stellt, für eine nachhaltige Industriepolitik, für den Klimaschutz und gegen die Plastikflut“, erklärte NABU-Präsident Tschimpke. 

 

NABU Sachsen bleibt Impulsgeber für Naturschutzpolitik

Für die Wiederwahl und die gute Zusammenarbeit mit allen Aktiven und dem bisherigen Vorstand bedankte sich Bernd Heinitz. Im Jahr der sächsischen Landtagswahl muss und wird der NABU Präsenz zeigen und weiterhin Impulse geben. „Die Bilanz der letzten Legislatur ist ernüchternd. Beim natürlichen Hochwasserschutz geht es zu langsam voran. Bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs und der Ausweisung von Naturwäldern gibt es keine Fortschritte. Beim wichtigen Thema biologische Vielfalt und Stopp des Artenrückgangs ist gar ein Rückschritt zu verzeichnen“, erklärte der Landesvorsitzende. Dass das Thema Umweltschutz mehr und mehr bei der Bevölkerung ankommt und der NABU Sachsen durch wachsende Mitgliederzahlen mehr politisches Gewicht erhält, betrachte er jedoch als gute Voraussetzungen für eine bessere Politik im Sinne des Naturschutzes. Weiterlesen


Amphibienwanderung

NABU bittet Autofahrer um Rücksichtnahme

Die Frühlingsgefühle locken Frösche, Kröten, Molche und Unken aus ihren Winterquartieren. Sie wandern zu ihren Laichgewässern, um sich zu paaren. Der NABU bittet darum Autofahrerinnen und Autofahrer, auf Amphibienwanderstrecken maximal 30 Stundenkilometer zu fahren. Auch Fahrradfahrer sollten genau schauen, wo sie langfahren.

Vorsicht ist geboten auf den Straßen: Amphibien begeben sich derzeit auf Wanderung zu ihren Laichgewässern. Foto: NABU/Jonathan Fieber
Vorsicht ist geboten auf den Straßen: Amphibien begeben sich derzeit auf Wanderung zu ihren Laichgewässern. Foto: NABU/Jonathan Fieber

Die Tiere können nicht nur durch direktes Überfahren sterben, sondern auch wenn Fahrzeuge sehr schnell an Wanderstrecken unterwegs sind. Bei höheren Geschwindigkeiten erzeugen Autos einen so hohen Luftdruck, dass die inneren Organe der Amphibien platzen und die Tiere qualvoll verenden. Nimmt man mehr Rücksicht, wird auch der Einsatz der vielen Menschen weniger gefährlich, die sich ehrenamtlich um Amphibienschutzzäune kümmern, Kröten und Frösche aus den Sammeleimern retten und sicher über die Straßen bringen.

 

Mehr als elf Kilometer Straßen sichern NABU-Aktive im Raum Leipzig und Nordsachsen, im Erzgebirge und bei Freiberg sowie im Raum Dresden mit Hilfe von Amphibienschutzzäunen für die Tiere. Hier finden Kontrollen statt, und die Frösche und Kröten werden dann von den Helfern über die Straße getragen, damit sie zu ihren Laichgewässern gelangen können. 

 

Die ehrenamtlichen Helfer sind vor allem bei Dunkelheit in den Abend- und frühen Morgenstunden unterwegs. Bei vorsichtiger Fahrt ist auf Warnschilder, Tempolimits und Umleitungen zu achten. Auf Grund des anhaltenden Windes kommen die Wanderungen immer mal wieder zum Erliegen. Bei nachlassender Windintensität nimmt die Wanderung jedoch wieder an Fahrt auf. Dann bieten sich gute Bedingungen für die Amphibien, die für die Laichwanderung Temperaturen ab fünf Grad und feuchte Witterung bevorzugen. Weitere Informationen

 

Springfroschexkursion im Wermsdorfer Forst

Laichballen des Springfroschs. Foto: Hans Prün/naturgucker.de
Laichballen des Springfroschs. Foto: Hans Prün/naturgucker.de

Jedes Jahr sucht der NABU Oschatz im Wermsdorfer Wald nach Springfrosch Laich, um den Bestand dieses Lurchs zu dokumentieren. Und so hatte die NABU-Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz auch am 3. März 2019 wieder zur Springfroschexkursion eingeladen.

 

Bei kühlem, windigem Wetter trafen sich die Naturfreunde am Waldrand zwischen Mahlis und Wermsdorf. Fachgruppenleiter Olaf Schmidt gab anhand einer Gebietskarte eine kurze Einführung. Auf der Karte waren die Stellen markiert, in denen in den Vorjahren Laichballen gefunden wurden. Ein Nachweis dieser Art erfolgt in erster Linie anhand von Laichballen. Sie sind etwa faustgroß und oft an ins Wasser ragenden Ästen zu finden. Es bildeten sich zwei Gruppen, um die Laichplätze aufzusuchen.

 

2018 hatte die Fachgruppe rund 150 Laichballen gefunden. In dem Jahr waren die Bedingungen jedoch nicht ideal, denn es herrschte Frost bis weit ins Frühjahr, sodass die Exkursion erst im April stattfand. Üblicherweise laicht der Springfrosch jedoch im Februar bis März.

 

2019 war die Suche zunächst erfolglos, es war vermutlich noch zu früh im Jahr, sodass die Tiere noch nicht abgelaicht hatten. Bei einer Nachsuche einige Wochen später wurden Laichballen entdecket, allerdings weniger als in den Vorjahren.


Für naturverträgliche Landwirtschaft

35.000 bei Großdemo in Berlin

Foto: Ludo Van den Bogaert
Foto: Ludo Van den Bogaert
Foto: Nick Jaussi/wir-haben-es-satt.de
Foto: Nick Jaussi/wir-haben-es-satt.de

Durch die EU-Agrarpolitik sind gutes Essen, eine naturverträgliche Landwirtschaft und der Erhalt der Bauernhöfe gefährdet. 2019 entscheidet die Bundesregierung bei der EU-Agrarreform (GAP) maßgeblich mit, welche Landwirtschaft die EU Jahr für Jahr mit 60 Milliarden Euro unterstützt. Der NABU fordert gemeinsam mit anderen Organisationen und zehntausenden Menschen einen Umbau zu einer bäuerlichen und ökologischeren Landwirtschaft. Es muss Schluss sein mit den Steuermilliarden für die Agrarindustrie! Subventionen darf es nur noch für umwelt- und klimaschonende Landwirtschaft sowie für artgerechte Tierhaltung geben, kleine und mittlere Betriebe, müssen mehr unterstützt werden. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, fand auch 2019 wieder eine Großdemonstration in Berlin statt. Auch der NABU Leipzig war dabei. Weiterlesen


Die Stunde der Wintervögel

Bundesweite Vogelzählung zum Mitmachen

Weidenmeise. Foto: NABU/Tom Dove
Weidenmeise. Foto: NABU/Tom Dove

Jedes Jahr im Januar ruft der Naturschutzbund zur großen winterlichen Vogelzählung auf. Bei dieser „Stunde der Wintervögel“ kann jeder mitmachen, der sich eine Stunde Zeit nimmt. Man beobachtet die Tiere in der unmittelbaren Umgebung, notiert die Anzahl und die Vogelarten und meldet alles dem NABU. Dabei kann man Preise gewinnen, lernt etwas über die heimische Vogelwelt und hilft beim Vogelschutz. Denn die zahlreichen Daten aus ganz Deutschland liefern wertvolle Informationen über die Bestandsentwicklung bestimmter Vogelarten. 2019 fand die Stunde der Wintervögel vom 4. bis zum 6. Januar statt.

 

Der NABU Leipzig hat Führungen angeboten, bei denen man sich zusammen mit anderen an der Aktion beteiligen und Informationen über die Vögel bekommen konnte. Am Sonnabend gab es eine Exkursion durch den Robert-Koch-Park Grünau,  am Sonntag durch den Zaubergarten Stötteritz. Zudem hatte die NAJU am Sonnabend zur Stunde der Wintervögel in den Clara-Zetkin-Park eingeladen. Weiterlesen


Fledermausschutz in Sachsen

NABU sucht Quartierpaten auch in der Region Oschatz

Breitflügelfledermaus am Hangplatz. Foto: NABU/Dietmar Nill
Breitflügelfledermaus am Hangplatz. Foto: NABU/Dietmar Nill

Fledermausquartiere stehen im Zentrum des Fledermausschutzes. Sie zu erhalten, ist von enormer Bedeutung für den Arterhalt. Aus diesem Grund sucht der NABU Sachsen Quartierpaten für die fliegenden Säugetiere.

 

Fledermäuse leben lautlos unter uns und sind als Vertilger von Insekten von großer ökologischer Bedeutung. Dabei bewohnen sie zahlreiche Lebensräume: im Gebälk von Dachböden, hinter Fensterläden an Fassaden oder in alten Felsenkellern. Um die Arterhaltung in Zeiten zahlreicher Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen von Gebäuden zu sichern, hat der NABU Sachsen das Projekt „Quartierpaten für Fledermäuse gesucht!“ ins Leben gerufen.

 

Wer Fledermäuse am eigenen Haus oder auf dem Grundstück beherbergt, kann sich als persönlicher Quartierpate melden. Ebenso können Personen teilnehmen, die ein Fledermausquartier in der Nähe ihres Wohnorts betreuen möchten. Der NABU vermittelt dann die Kenntnisse, um die Kolonie zu schützen, selbstständig Quartierkontrollen durchzuführen und die fliegenden Säuger zu zählen. Im Wald wie in der Stadt, am Tag und in der Nacht verspricht dies eine vielseitige Beschäftigung. Weitere Informationen sind zu finden unter www.fledermausschutz-sachsen.de. Dort können sich interessierte Quartierbetreuer registrieren und ihre Beobachtungen eintragen.

 

In Deutschland kommen 25 Fledermausarten vor, davon allein 20 in Sachsen, 15 Arten sind in der Region Oschatz nachgewiesen. Das Quartierpaten-Projekt soll dazu beitragen, den Kenntnisstand über heimische Fledermausarten zu erweitern und wichtige Grundlagen für den Artenschutz zu schaffen. Weitere Informationen

 

Weitere Informationen gab es auch bei der 13. Sächsischen Fledermaustagung am 27. Oktober 2018 in Freiberg. Neben neuen Ergebnissen aus Fledermausschutz und -forschung informierten Experten unter anderem über die Quartierpatenschaften, den Schutz der Nordfledermaus, akustisches Monitoring sowie den Insektenrückgang.